Lass sie: Warum Loslassen Dich frei macht

Zwei kleine Worte, die viel verändern können: „Lass sie“. Ein persönlicher Blick auf das Loslassen, auf Gelassenheit und die Frage, worauf Du Deine Energie wirklich richten willst. Mit Buchtipp.

Übersicht zu diesem Beitrag:

Zwei Worte, die entlasten

Kennst Du das? Eine Freundin meldet sich nicht mehr. Der Kollege bringt Dich mit seinen Launen auf die Palme. Und in der Familie hat jeder eine Meinung dazu, wie Du Dein Leben führen solltest.

Ich habe in letzter Zeit viel über das Loslassen nachgedacht. Angestoßen hat mich ein Buch der amerikanischen Autorin Mel Robbins. Ihre Idee ist so einfach, dass man sie fast übersieht: „Let them“ – lass sie.

Lass sie meckern. Lass sie zu spät kommen. Lass sie anderer Meinung sein. Was andere denken, sagen und tun, gehört ihnen. Nicht Dir.

Lass sie – und dann: Lass mich

Das klingt im ersten Moment nach Gleichgültigkeit. Ist es aber nicht. Denn auf das „Lass sie“ folgt ein zweiter, mindestens genauso wichtiger Schritt: „Lass mich.“

Lass mich entscheiden, wie ich reagiere. Lass mich Grenzen setzen, wo es nötig ist. Lass mich meine Energie dort einsetzen, wo ich wirklich etwas bewegen kann: bei meinen Gedanken, meinen Entscheidungen, meinem Leben.

Ich habe lange geglaubt, ich könnte es allen recht machen, wenn ich mich nur genug anstrenge. Heute weiß ich: Das klappt nie. Und es kostet unglaublich viel Kraft.

Ein Mantra gegen den Alltagsstress

Wie oft regen wir uns über Dinge auf, die wir gar nicht ändern können? Der Autofahrer vor uns, der bei Grün nicht losfährt. Die lange Schlange an der Kasse. Das Meeting, das kurzfristig den ganzen Tag durcheinanderbringt.

Unser Körper reagiert darauf, als wäre echte Gefahr im Verzug: Puls hoch, Schultern verspannt, Gedanken im Kreis. Dabei passiert eigentlich nichts Bedrohliches.

Wenn ich mir in solchen Momenten innerlich sage „Lass ihn“, merke ich, wie ich ruhiger werde. Ich atme durch und frage mich: Was liegt jetzt in meiner Hand? Meistens ist das nur meine eigene Reaktion. Aber genau da liegt meine Freiheit.

„Was saget au d’Leit?“

Bei uns in Oberschwaben kennt man diese Frage nur zu gut: Was saget au d’Leit? Sie taucht immer dann auf, wenn wir etwas Neues wagen wollen, einen mutigen Schritt, eine Entscheidung, die nicht jedem gefällt.

Meine Erfahrung: Die meisten Menschen sind viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt, um lange über uns nachzudenken. Und wenn doch, dann sagt ihre Meinung meist mehr über sie aus als über uns.

Also: Lass sie reden. Und lass mich meinen eigenen Weg gehen. Am Ende des Tages schaue ich selbst in den Spiegel – nicht die Nachbarn.

Mein Buchtipp zum Loslassen

Angestoßen hat mich zu diesen Gedanken das Buch der amerikanischen Autorin und Podcasterin Mel Robbins. Ihre „Let Them“-Idee ist schnell erklärt und trotzdem tiefgründig. Sie hat mir geholfen, im Alltag gelassener zu bleiben.

Buchcover „Die LET THEM Theorie“ von Mel Robbins mit Sawyer Robbins, Goldmann Verlag

Buchtipp: „Die LET THEM Theorie“
von Mel Robbins mit Sawyer Robbins, erschienen 2025 bei Goldmann.

Zwei Worte, die entlasten: „Lass sie“ und „Lass mich“. Ein Buch für alle, die aufhören wollen, andere ändern zu wollen, und ihre Energie lieber in das eigene Leben stecken. Wer zuerst einen schnellen Überblick möchte, findet eine Zusammenfassung bei Blinkist.

Vergleiche: Bremse oder Ansporn?

Auch beim Vergleichen hilft die Haltung. Der eine hat das schönere Haus, die andere scheinbar die perfekte Beziehung. Wer nur auf die Karten der anderen schaut, vergisst, was er selbst in der Hand hält.

Lass sie ihren Erfolg haben. Und dann: Lass mich daraus lernen. Was andere geschafft haben, zeigt mir vor allem eines – dass es möglich ist.

Zwei Männer im nächtlichen Gegenlicht, einer legt dem anderen die Hand auf die Schulter

Freundschaften lassen sich nicht erzwingen

Über Freundschaft habe ich hier im Journal schon einmal geschrieben. Beim Thema Loslassen kommt sie mir wieder in den Sinn. Denn Freundschaften verändern sich. Menschen ziehen um, bekommen Kinder, haben neue Aufgaben und andere Prioritäten.

Wo früher spontane Treffen selbstverständlich waren, ist heute oft einfach keine Zeit. Und durch Ben habe ich heute ganz andere Lebensumstände als meine „alten“ Freunde.

Früher hätte ich das vielleicht persönlich genommen. Heute sage ich mir: Lass sie. Das hat nichts mit mir zu tun. Und dann: Lass mich derjenige sein, der sich trotzdem meldet, der offen bleibt – ohne Erwartungen und ohne Groll.

Passend dazu ein Lied, das mich bei diesem Gedanken begleitet:

Andere nicht zu ihrem Glück zwingen

Am schwersten fällt mir das Loslassen bei Menschen, die mir am Herzen liegen. Wenn ich sehe, dass jemand sich selbst im Weg steht, will ich helfen. Doch Menschen ändern sich nur, wenn sie selbst dazu bereit sind. Je mehr Druck ich mache, desto größer wird der Widerstand.

Was ich tun kann: vorleben statt vorbeten. Da sein, zuhören, ohne zu urteilen. Und dort, wo es wirklich gefährlich wird, natürlich nicht wegschauen, sondern Hilfe holen.

❝
Berthold Porath

Lass sie. Und dann: Lass mich.

Berthold Porath

Mein Fazit

„Lass sie“ heißt nicht, dass mir alles egal ist. Es heißt, dass ich bewusst entscheide, wofür ich meine Kraft einsetze. Wer aufhört, andere ändern zu wollen, gewinnt Gelassenheit – und die Freiheit, den eigenen Weg zu gehen.

Vielleicht probierst Du es diese Woche einmal aus: Wenn Dich das nächste Mal jemand ärgert, sag Dir leise „Lass sie“. Und frag Dich dann: Was liegt jetzt in meiner Hand?

Herzlichst

Dein Berthold

Hast Du Interesse mich näher kennenzulernen?

Ge(h)spräch nenne ich es, weil wir uns dann in der Natur treffen und im Gehen miteinander reden.

Das macht den Kopf frei und löst die eine oder andere gedankliche Bremse.

Ich freue mich auf Dich!

Lass uns reden – persönlich, klar, wirksam.

Für Entscheider, Geschäftsführer und Teamleiter
Du willst kein 08/15-Coaching, sondern spürbare Veränderung in deinem Team?
Erzähl mir kurz, wo du stehst – ich melde mich zeitnah mit einem Vorschlag für dein persönliches Gespräch.

Mein Newsletter

Interessieren dich Persönlichkeitsentwicklung, Business und Lebens-Führung? Melde Dich bei meinem Newsletter an und bekomme regelmäßig Weisheiten vom Mentor!

Klingt spannend? Schreib mir einfach.

Ob Schwitzhütte, Männerwochenende oder persönliche Begleitung – wenn Dich etwas ruft, meld Dich. Ich antworte persönlich, nicht automatisiert.